Die Bärenhöhle in Kletno

Die Bärenhöhle in Kletno befindet sich im Süden Polens, nahe der Grenze zu Tschechien, ca. 100 km südlich von Breslau. Sie ist die schönste, interessanteste und größte polnische Höhle, die den Touristen zugänglich ist. Sie wurde im Oktober 1966 im Marmorsteinbruch Kletno III entdeckt. Während der Marmorgewinnung wurde eine Kammer geöffnet, an deren Boden man einige Überreste von Tierknochen aus der Eiszeit, darunter überwiegend die der Höhlenbären (ursus spalaeus) gefunden hat, daher der Name der Höhle.

Die Bärenhöhle liegt im Inneren des Berges Stroma (Riemer Koppe), der einen Teil des Snieznik Massivs (Glatzer Schneegebirges), dem größten Gebirgskomplex der Ostsudeten, bildet. Der Eingang zur Höhle befindet sich ca. 800 m über dem Meeresspiegel und 10 - 15 Meter über der Talsohle von Kletnica (Klessenbach).

Die Höhle entstand in der Marmorlinse infolge der erosiven Wirkung des Wassers, das in das Innere des Berggebildes hineinfloss, es durchdrang und den Marmor zerstörte und auflöste. Der Erosionsprozess hat wahrscheinlich vor etwa 500 Millionen Jahren begonnen und dauert bis heute an. Um die damalige Zeit haben sich auch die ersten Hohlräume, Kammern und Korridore gebildet. Das bis heute noch nicht völlig erforschte, etwa 2,5 km lange Netz der Korridore erstreckt sich auf 3 Ebenen, der oberen, mittleren und unteren Ebene.

Die obere Ebene, die den natürlichen, zerstörenden geologischen Prozessen zum Opfer fällt, ist nur in kleineren Fragmenten von Korridoren und Spalten erhalten geblieben. Den Besuchern wurde die mittlere Ebene als touristische Route zur Verfügung gestellt, die auch als der interessanteste Teil der Höhle gilt. Die längste, kaum zugängliche untere Ebene dürfen nur Wissenschaftler besuchen.

Der Kalkstein, in dem die Höhle liegt, begann sich vor etwa eine Milliarde Jahre herauszubilden, auf dem Boden des präkambischen Meeres, das das Gebiet der Ur-Sudeten überflutete. Auf seinem Grund lagerte sich Kalkschlamm aus sedimentierenden Überresten einzelliger Organismen ab. Die Kalkablagerungen, die mit der Zeit dem gewaltigen Druck und der hohen Temperatur unterlagen, wandelten sich in Kristallmarmor um. Während tektonischer Bewegungen des Bergebildes wurden die durch Risse gespalteten Marmorschichten zur Erdoberfläche verschoben.

In der Höhle wurden Knochen von mehreren Tieren gefunden (Höhlenbären, Braunbären, Wölfe, Füchse, Marder, Fledermäuse u.a.), die im Glatzer Schneegebirge in der letzten Eiszeit, vor etwa 40 bis 10 Tausend Jahren lebten. Fledermäuse leben in der Höhle bis heute. Man betreibt auch intensive Forschungen nach Wohnsitzspuren des paleonologischen Menschen, konnte dafür aber bisher noch keine Beweise finden, außer einem Bärenschädel mit Verletzungsanzeichen, die auf Verwendung eines Steinwerkzeuges hindeuten.

Außerdem findet man in der Höhle sehr schöne und reiche Tropfsteingebilde. Von der Decke hängen zahlreiche Stalaktiten herab, die Wände sind mit Kalzitglasur bedeckt. Nach oben erheben sich die Stalagmiten. Den Boden bedecken zahlreiche Sinterbecken unterschiedlicher Größe, die das ganze Jahr über gefüllt sind. Die Bildung von Kalksinter beginnt auf der Oberfläche des Berghanges, von wo aus das CO2-haltige Niederschlagswasser durch Felsen in das Berggebilde eindringt. Als aggressives Wasser löst es Marmor auf und fließt - angereichert mit Kalkkarbonat - durch Spalten in die Korridore und Säle heraus. Dort fällt das Kalkkarbonat in einem stabilen Höhlenklima (6,2 °C und ca. 100% Luftfeuchtigkeit, das ganze Jahr über konstant) aus dem Wasser in Form von Kazitkristallen heraus.     back | home


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letztes Update 20.06.02