Ausgezeichnetes Zukunftsmodell

Deutsch-Polnische Alternative 1998 e.V. Gelsenkirchen

  

Ein reizvolles Urlaubsziel, eine 2-wöchige Kanufahrt, eine Gruppe von etwa 30 Menschen aller Altersstufen - das hört sich nach eine Menge Spaß an. Nebenbei lernen die TeilnehmernInnern aber viel Wissenswertes über die Urlaubsregion, ihre AnwohnerInnen sowie deren Kultur und das Land Polen. Das Interesse der Gastgeberregion - sowohl der Verwaltung als auch der dort lebenden Menschen - an ihren Gästen ist aber so groß, dass inzwischen ein angeregter Austausch stattfindet. Neben Informationen über die Kultur und die Lebensweise werden aber auch Ratschläge über umweltpolitische Bereiche gegeben. So werden gleichzeitig die Wirtschaft und der Umweltschutz in der Region unterstützt.

 

Ausgangspunkt

Im Jahre 1994 entstand die Idee des Mitbegründers Tomasz Gutkowski, das Land Polen den Deutschen aus NRW und besonders aus dem Ruhrgebiet attraktiver darzustellen. Eine Vision über ein grenzenloses, gemeinsames Europa, mit Menschen, die keine Vorurteile haben, war die Antriebskraft, um dieses Projekt zu realisieren und MitstreiterInnen zu gewinnen. Es ist ein Versuch, außerhalb der staatlichen Strukturen neue Werte bei der Freizeitgestaltung und einem kulturellen Austausch zu setzen. Hierdurch erhoffen sich die Initiatoren eine Verbesserung der Lebensqualität auf beiden Seiten. Nach einer erfolgreichen Fahrt nach Nordpolen im Sommer 1997 wurde die Deutsch-Polnische Alternative 1998.e.V. vom Ingenieur Tomasz Gutkowski und dem Gymnasiallehrer Ingo Wrobinger ins Leben gerufen.

Die Gründung des Vereins wurde notwendig, um eine umweltgerechte Entsorgung des Mülls, der allsommerlich durch den Tourismus in der polnischen Gemeinde Z³ocieniec und den nahe am Fluss liegenden Gemeinden, zu finanzieren.

 

Methode/Verfahren

120 km östlich der deutsch-polnischen Grenze in Nordpolen, dort wo Moränen der letzten Eiszeit eine reizvolle Landschaft mit mehreren Flüssen geformt haben, wurde im Jahre 1997 die erste Initiative von dem Gymnasiallehrer Ingo Wrobinger und dem Ingenieur Tomasz Gutkowski aus Gelsenkirchen durchgeführt. Diese Gruppe hat in der Gegend des Flusses Drawa für Aufsehen gesorgt. Nachdem 1998 der Verein "Deutsch-Polnische Alternative 1998 e.V." gegründet wurde, um die Region bei der umweltgerechten Müllentsorgung zu unterstützen, wurde eine Homepage im Internet eingerichtet und die Erlebnisse der Gruppe in Form eines Bildbandes auf einer CD dargestellt. Die polnischen Medien TV Szczecin und Radio Szczecin realisierten Reportagen über diese Initiative. Die Rundfunkreportage wurde in acht regionalen Sendern in Polen 1098 ausgestrahlt.

In dem gleichen Jahr waren es schon 26 Personen, davon 24 aus Gelsenkirchen, die die zweite Drawatour '98 erleben durften. Waren es 1997 noch Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren, die an den organisierten Ferien teilnahmen, wurde 1998 das bisher bestehende Konzept zu einem Familienerlebnis in der Gruppe erweitert. Inzwischen hat sich diese Erweiterung als sehr erfolgreich herausgestellt. Nur Mundpropaganda der sehr zufriedenen und sich mit der Idee identifizierenden TeilnehmerInnen hat zu einer Festigung dieser neuen Strukturen geführt.

Durch den Zuwachs von Erwachsenen wurde die Empfindlichkeit und das Interesse für das Gastland deutlich größer. 1998 konnte man als Verein schon Kontakte mit der polnischen Umweltstiftung in Stettin sowie mit der Verwaltung der Gemeinden aufnehmen. Die Aktivitäten des Vereins beziehen sich nicht nur auf die Gestaltung der Ferien oder Freizeit, sondern auch auf eine Hilfsaktion. In diesem Bereich hat der Verein jedoch eher schlechte Erfahrungen gemacht. Die Einführung wertvoller Hilfsgüter wie Medikamente, Altkleider und Spielzeug gestaltet sich durch die gültigen Zollbestimmungen häufig als problematisch.

Im April wurde der Vorstand des Vereins von der Gemeinde Zlocieniec zu einem Symposium eingeladen. Mit dieser Einladung war ein Vortrag von Tomasz Gutkowski verbunden, der die Erwartungen und Bedürfnisse zukünftiger touristischer Zielgruppen aus Deutschland erläuterte. Im gleichen Jahr starteten schon 34 Personen zu einer Abenteuerreise auf dem Fluss Pi³awa in der gleichen Gegend. Auch polnische Bürgerinnen hatten sich dieser Tour bereits angeschlossen. Insgesamt lag die Altersstruktur dieser Gruppe zwischen dem 6. Und 50. Lebensjahr. Davon waren 11 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17, 11 Kinder im Alter von 6 bis 10 und 12 Erwachsene im Alter von 30 bis 50 Jahren. Im Jahre 2000 ist mit einem weiteren Ansteigen der TeilnehmerInnenzahlen zu rechnen.

Während der Tour 1999 hat sich herausgestellt, dass es neben der Müllentsorgung in diesem Gebiet weitere Problembereiche gibt. Der Zuwachs der touristischen Entwicklung, wirtschaftspolitisch gewollt, muss begleitet werden durch weiter umweltstrategische Maßnahmen. So hat sich neben einer intensiveren Nutzung der Natur auch herausgestellt, dass ein sehr unterschiedliches Interesse an der Natur vorhanden ist. Daher wird nach Möglichkeiten und Beispielen auch im ordnungspolitischen Bereich gesucht., um auch diesen Problemen in den nächsten Jahren begegnen zu können.

 

Innovationspotential

Die Deutsch-Polnische Alternative 1998 verknüpft Freizeitaktivitäten mit kulturellen, sozialem sowie umweltpolitischem Austausch. Zum einen wird den TeilnehmerInnen ein Land näher gebracht, das kein klassisches Urlaubsland ist. Neben dem Vermitteln von theoretischen Hintergrundinformationen hat sich relativ schnell ein Kontakt zu AnwohnerInnen der Gastregion entwickelt. Die Zeiten, in denen die Länder Europas politisch zusammenwachsen, helfen solche Projekte, diese Entwicklung auch auf privater Ebene mitzuerleben. Daneben hat sich auch ein starker Austausch mit öffentlichen und kommunalen Einrichtungen entwickelt.

Der Austausch speziell mit Verwaltungseinrichtungen ist besonders für die Gastgeberregion ein großer Fortschritt. Der Anstieg des Tourismus in der Region und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg vollzieht sich durch die Hilfe der Gäste nicht zu Lasten der Umwelt, wie es häufig in wachsenden Urlaubsregionen geschieht. Die Gastgeberregion profitiert vom Wissen und den Erfahrungen seiner Gäste.

Als Nebeneffekt stellte sich zudem in der Gruppe ein positiv zu bewertendes soziales Verhalten heraus. Auch eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in der Gruppe konnte beobachtet werden. In einer Zeit, in der die Tendenz zum "Einzelkämpferdasein" geht, wird speziell Jugendlichen das gemeinsame Miteinander mit all seinen Vor- aber auch Nachteilen unverkrampft nähergebracht.     zur Presseseite | home

 

Von Silke Mohaupt, Mitarbeiterin der Robert Jungk-Stiftung, über die Aktivitäten des Vereins Deutsch-Polnische Alternative 1998 e.V.


Geländewagen | Offroadbilder | Kajak | Bilder einer Kajaktour | Trekking | home | Programm aktuell | Spendenaktionen | Foto-CD | Pressestimmen | Kontakt DPA'98 | Vereinssatzung | Verein Deutsch-Polnische Alternative 1998 e.V, c/o, Ingo Wrobinger | designed by cMMdesign |

29.04.02