"Sprachlose" Kommunikation

 

[Wro] Im Jahr 1999 versuchte die Deutsch-Polnische Alternative 1998 e.V. ein Experiment. Eine Tour mit dem Kajak auf der Drawa mit einer völlig gemischten Gruppe von Jugendlichen, wobei sich ein Teil der Jugendlichen nur mit Gebärdensprache den anderen verständlich machen konnte und umgekehrt. Ein Experiment, das so positiv, wie es abgelaufen war, nach einer Wiederholung des Ganzen verlangt. Innere Ängste, Vorurteile, ...., Nichts von dem, was bei dem ein oder anderen vielleicht an Vorurteilen im Hinterkopf gewesen sein mag, bewahrheite sich, im Gegenteil. Es scheint so, als ob sich die Harmonie der Landschaft wie selbstverständlich auf die Menschen übertrug und ein Gemeinschaftsgefühl entstehen ließ, an das sich wohl alle Teilnehmer noch lange erinnern werden.

 

Im Kajak zusammengerauft

SPORTLICHE FERIENFREIZEIT: 19 Jugendliche bezwingen die Drawa in Polen / Ein Koch wartete schon

Stille Buchenwälder, Fischotter und Bibern Auge in Auge gegenüber, 60 Meter hohe Ufer, träge Wasserfluten und aufregende Stromschnellen - Eindrücke vielfältigster Art sammelten die Teilnehmer einer Kajak-Ferienfreizeit in Westpommern. Der Fluss Drawa war für neun Tage bei durchgehendem Sonnenschein die nasse Heimat von 19 Jugendlichen und sechs Begleitern, die dem Ruf der Organisatoren der Deutsch-Polnischen Alternative, der Sportjugend Gelsenkirchen und des Vereins "Ohrwerk RuF" gefolgt waren.

von Dirk Greisler

 

"Einige Kinder sind völlig verändert wiedergekommen. Die Eltern haben sich verwundert die Augen gerieben", war der einhellige Tenor nach dem "Abenteuertrip" im polnischen Nationalpark. 

Die Intention dieser Reise - neben der sportlichen Herausforderung durch die teilweise anstrengenden Streckenabschnitte ohne hilfreiche Strömung - war nämlich auch der soziale Aspekt. "Da war ein erzieherischer Reiz dabei. Denn in der Gruppe mussten sich die Jugendlichen zusammenraufen, jeder musste Verantwortung übernehmen", beschreibt Thomas Kinner von der in Gelsensport organisierten Gelsenkirchener Sportjugend, die für die Bus- und Reisekosten der Teilnehmer aufkam, die insgesamt 650 DM für ihr "Ticket" nach Polen zahlten.

Nach einem ersten Lehrtag auf einem ruhigen See ging's richtig los. 96 Kilometer standen auf dem Programm, wenn Rast gemacht wurde, wartete schon ein Koch auf den "Paddelnachwuchs". Zum Glück, denn die Zejn- bis 19-jahrigen hatten genug damit zu tun, ihre Zelte aufzubauen und sich zu organisieren.

Per Handzeichen ohne Probleme

Das gelang aber im Rückblick sehr gut. Auch das Zusammenwirken der Hörenden mit den hörgeschädigten Teilnehmern wurde von Minute zu Minute problemloser. Obwohl die Hörgeräte im Kajak in wasserdichten Beuteln verpackt waren, gelang die Kommunikation - Handzeichen und die Anweisungen der erfahrenen Begleiter reichten völlig aus.

"Die Sache ist so gelungen, dass uns alleine das schon zu einer Wiederholung zwingt", sagt Tomasz Gutkowski von der Deutsch-Polnischen Alternative. die sich zum Ziel gesetzt hat, das Nachbarland Jugendlichen näher zu bringen und zu zeigen, "es solle eine kleine Gesellschaft zementiert werden, die grenzenlos ist". Demnächst ist auch ein Winterurlaub in Planung, eine Wanderung in den Sudeten ist angedacht. Thomas Kinner denkt derweil über eine Kooperation mit dem Schalker Fan-Projekt nach.

Von solch zukunftsträchtigen Gedanken waren allerdings die Teilnehmer im Kajak noch ganz weit entfernt - für sie stand das direkte Erleben der Natur und die sportliche Auseinandersetzung mit dem Teilweise wilden Wasser der Drawa im Vordergrund.

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letztes Update: 20.06.02